Hintergrund

B431 quer durch Wedel

Laut offiziellen Verkehrsgutachten belasten täglich über 20.000 Fahrzeuge davon ca. 1.200 LKW* die Stadt im Verlauf der B431, in Teilen sogar bis zu 30.000 (Rissener Strasse, 2013). Diese hohe Verkehrsbelastung entsteht insbesondere durch hohen Durchgangsverkehr (jedes dritte Fahrzeug im Tagesdurchschnitt, jedes zweite und mehr zu Hauptverkehrszeiten*) durch den Berufs- und Geschäftsverkehr sowie Schwerlasttransporte in bzw. aus Richtung der Metropole Hamburg.  Der Wochenendverkehr aus der wachsenden Großstadt Hamburg durch die Innenstadt Wedels in die westlichen Naherholungsgebiete, wie z.B. die Elbmarschen, hat ebenfalls einen großen Anteil. Die hochfrequentierte B431 mitten durch Wedel dient der Region als Durchfahrtsstraße. Prognosen zufolge wird dieser Verkehr weiter zunehmen.

Gesundheitliche Schädigungen durch Lärm und Abgase und Erschütterungen, die die Hauswände nachprüfbar reißen lassen, sind an der Tagesordnung.
Notwendiger Lärmschutz, der für Straßen mit vergleichbarer Verkehrsbelastung vorgeschrieben ist, kann in der Altstadt u.a. aufgrund der engen Bebauung nicht verwirklicht werden.

Die Bewältigung des hohen und weiter steigenden Verkehrsaufkommens kann durch eine alleinige Verkehrsführung durch Holmer-, Schauenburger- , Roland-, Mühlenstraße und Rosengarten bzw. Rissener Straße nicht mehr geleistet werden. Maßnahmen mit “Grünen Wellen” oder andere Ansätze haben keine Entlastung gezeigt und erweisen sich als erheblicher Nachteil für Fußgänger.

Die trennende Wirkung der stark belasteten Straße ist für jedermann offensichtlich. Laut des vorliegenden Verkehrsentwicklungsplanes der Stadt Wedel trifft dies für den gesamten Innenstadtbereich der B431 zu. Im gesamten Verlauf der Mühlenstraße bestehen zudem keine Querungsmöglichkeiten für Fußgänger oder Radfahrer.

Die Breite der Fußwege beträgt an mehreren Stellen nur ca. 60 cm! Dies ist für Kinderwagen und Rollstühle nicht ausreichend. Bedenkt man darüber hinaus, dass LKWs in den Kurven und an Straßeneinmündungen die Bordsteine überrollen, ist dies insgesamt ein unhaltbarer, gefährlicher Zustand.

Ca. 1500 Schüler sind täglich dem Verkehr der B 431 im engen Altstadtbereich ausgesetzt. Bisher hat es zum Glück nur Beinahe-Katastrophen gegeben. Vorbeugendes Handeln ist jetzt erforderlich und nicht erst nach einem tragischen Unfall.

Für Fahrradfahrer ist im Verlauf Mühlenstraße, Rolandstraße überhaupt kein Platz mehr. Laut vorliegender Unterlagen der Stadt ist der Bereich Mühlenstraße als Fahrradunfallschwerpunkt ausgewiesen.  Fahrradfahrer weichen auf die schmalen Fußwege aus und gefährden Fußgänger.

Fazit
Das offizielle Leitbild der Stadt Wedel sagt: “Ziel künftiger Stadtentwicklung muss es sein, die Attraktivität der Innenstadt sowie der Altstadt zu steigern…” und weiter: “Die Altstadt ist als zukunftsfähiger Lebens-, Wohn-, Einzelhandels- und Kulturstandort … zu erhalten bzw. zu entwickeln.”
Höchste Zeit, eine nördliche Teilumgehung, wie auch in Wedels Flächennutzungsplan vorgesehen, fertig zu planen und zu bauen.

* Zählungen ARGUS, SBI 2010

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