“Planungswerkstatt”

In den Jahren 2008 bis 2009 hat die Stadt Wedel eine sog. “Planungswerkstatt” durchgeführt. Als Instrument der Bürgerbeteiligung war diese “Planungswerkstatt” vorgesehen, um Bürger an der Diskussion um zukünftige Trassen-Verläufe der nördlichen Teilumgehung zu beteiligen.
Dieses Ziel wurde nicht erreicht, die “Planungswerkstatt” hatte im Ergebnis keine nutzbringenden Vorschläge zur Stadtplanung entwickeln können. Die Teilnehmer der “Planungswerkstatt” lehnten eine Umgehung pauschal ab, konstruktive Vorschläge für Trassenverläufe oder realistische Alternativen konnten leider nicht erarbeitet werden. Der Großteil der Teilnehmer haben die “Planungswerkstatt” primär genutzt, um Protest auszudrücken.

Die Ursachen für das teilw. Versagen der “Planungswerkstatt” waren Schwachpunkte bei der Organisation, insb. der Zusammensetzung der Teilnehmer der “Planungswerkstatt”. Die “Planungswerkstatt” bestand im Durchschnitt aus rund 45 Personen und war in der Zusammensetzung weder repräsentativ für Wedels Bevölkerung noch für unmittelbar betroffene Anwohner (z.B. aus Innenstadt). Die Teilnehmer der “Planungswerkstatt” wurden dominiert von “Gegnern” einer Umgehung, die eine Umgehung z.B. aus Eigeninteresse oder anderen Gründen pauschal ablehnten (Anwohner Autal, nördl. Wedel/Moorwegsiedlung).
Des weiteren stützte sich die Arbeit in der “Planungswerkstatt” teilw. auf fehlerhafte Interpretationen von Gutachten (z.B. ARGUS bzgl. Veränderungen durch eine Nordumfahrung, insb. Entlastung Haushalte) und Spekulationen bzw. fehlerhaften Annahmen bzgl. einer hohen Belastung der B431 durch innerörtlichen Verkehr (falsche Einschätzung Verkehrsarten, s. “Mythos innerörtlicher Verkehr”).

Die in der “Planungswerkstatt” entstandenen Empfehlungen (Ergebnisse Planungswerkstatt s. wedel.de) waren in ihrer Entstehung daher stark einseitig motiviert, basierten teilw. auf falschen Annahmen, boten konkret kaum praktikable Vorschläge und waren deshalb für die weitere Stadtplanung wenig nutzbringend. (Eine Empfehlung der “Planungswerkstatt” war die Erstellung eines sog. Gesamtverkehrsplanes anstelle einer Umgehung. Völlig offen blieb dabei, wie ein solcher „Gesamtverkehrsplan“ inhaltlich zusammengesetzt werden und welche konkrete Wirkung er entfalten könnte/sollte.)

Anmerkung: Die “Planungswerkstatt” als Instrument der Bürgerbeteiligung steht in Fachkreisen in der Kritik, weil es ihr nur selten gelingt, ein repräsentatives oder ausgewogenes Publikum zur Mitarbeit zu aktivieren.

Um Klarheit über die wirklichen Verkehrsflüsse und Verkehrsarten auf der B431 zu erhalten, hat die Stadt Wedel späte Messungen durchgeführt (SBI, 2010), die Durchgangs- und innerörtlichen Verkehr gemessen haben. Die Messungen belegen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Durchgangsverkehr.

Hinterlasse eine Antwort